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Es ist traurig, aber nun mal wahr: Zur Radtour waren wir nur zu dritt, Stefan, John und ich. Ich will nicht
behaupten, dass Faulheit der Grund zur Verweigerung war, aber es hatte wirklich jeder etwas anderes vor. Und
dabei war der Termin für dieses Ereignis länger als einen Monat vorher bekannt. Sicher hätte man
die Fahrt auch ausfallen lassen können, aber ich wollte auf Teufel komm raus mein neues Diamant- Fahrrad
ausprobieren.
Das Wetter war angenehm frühlingshaft, 18° C und ein Wind von Bft. 2 unter wechselnder Bewölkung
waren eigentlich ideales Segelwetter. Genau so günstig wirkte es sich auf unsere Energie aus.
In diesem Jahr war wieder die Strecke nach Nattwerder dran, wo wir schon seit vielen Jahren unsere
Frühlingstrainingslager durchführen. Ich fand es bisher immer nervend, wenn man abgearbeitet ist, diese
elendig lange Strecke von Potsdam- Bornim bis nach Hause strampeln zu müssen. Deshalb fuhren wir dieses Mal
in entgegengesetzter Richtung: Erst die lange Strecke durch Potsdam, dann weiter nach Grube. Hier, wo wir sonst
immer bergauf geradelt waren, konnten wir nun schön bergab rollen. Von Grube aus fuhren wir durch Leest die
Strecke entlang, die wir immer zur Nachtwanderung während des Trainingslagers absolvieren. Die am Wege
liegende Gaststätte hatte nachts immer schon geschlossen, deshalb hatten wir den Ehrgeiz, am Tage mal dort
zu essen. Leider hatte die Kneipe inzwischen gänzlich zu, so dass wir unbeköstigt weiter mussten.
Es war noch ein langer Weg bis zur nächsten gastronomischen Einrichtung, nämlich dem Imbiss an der
Fähre. Ich habe mir fast einen Hungerast eingefangen.
Nach einer doppelten Currywurst war alles wieder gut. John nahm dort nichts zu sich. Er führte Verpflegung
mit sich und vertilgte sie später unterwegs.
Stefan musste abends noch arbeiten und verließ uns in Richtung Teltow. John und ich setzten mit der
Fähre über und fuhren am Schloß Ferch vorbei zum Bootssteg, um uns schon mal auf die dort
vorzufindenden Bedingungen einzustellen. Nach einer kurzen Pause ging es auf dem kürzesten Weg in
Richtung Heimat. Dazu mussten wir die Ravensberge überqueren, was bergauf eine Strapaze war, wenn man
bedenkt, dass wir schon etliche Kilometer in der Pedale hatten. Aber danach ging es dann rapide bergab. Während
ich meine Bremsen strapazierte ignorierte John dieselben. Wir kamen aber beide ohne Personen- und Materialschaden
in Potsdam- Waldstadt an. Von da aus ging es meist auf unbefestigten Wegen nach Hause.
Als ich mein neues Fahrrad in den Keller trug, zeigte der Tageskilometrzähler 50,82 km an. Na bitte, es
geht doch noch!
In diesem Jahr hatten wir uns für die technische Vorbereitung der Boote für die kommende Saison nicht soviel vorgenommen wie 2011. So war kein neuer Unterbodenanstrich vorgesehen, der hält gewöhnlich für zwei Jahre. Es wurde nur an der Niña gebaut. Felix hatte uns mit seiner Firma eine neue Motorkonsole gebaut, weil die alte gespalten war. Auch hatte ich für das Fockfall und Großfall im Winter neues Material eingekauft, das wurde anstelle des alten eingesetzt. An der Aktion haben Felix, Patric, Matze,John, Kevin und ich teilgenommen. Patric hat die Potsdamer in seinem Auto transportiert, da meines schon seit über einer Woche in der Kleinmachnower Opel- Werkstatt behandelt wurde.
Jan, Matze, John, Phillip und ich trafen uns bei wundeschönem Frühlingswetter in Teltow am
Winterliegeplatz. Felix hatte die Ausrüstung in seinem Garten bereitglegt. Zuerst luden wir die Niñ
auf den Trailer, fuhren an die Tankstelle zum Luftaufpumpen und dann zum Bootssteg in der Templiner Bucht. Jan
und Matze als die erfahrensten Auftakler der aktuellen Crew riggten die Niña auf, während Phillip,
John und ich nach Teltow fuhren, um die Bounty zu holen. Als wir zurückkamen, schimpfte Jan wie ein
Rohrspatz über den Fusch, den ich als neues Fockfall gekauft hatte, weil es vorn und hinten nicht passte.
Jan belegte das Fockfall provisorisch; am 1. Mai würde ich Gelegenheit haben, den Mangel zu beheben.
Nachdem die Niña abgedeckt war beschäftigten wir uns mit der Bounty. Wie üblich verlief deren
Auftakelung unproblematischer als die der Niña. Übrigens zeigte sich der Umstand, dass die Crew
außer Jan beim Einsetzen der Boote unerfahren war, darin, dass sich jemand die Füße
nassmachen musste. Auch dauerte die Aktion länger als gewöhnlich.
Ganz entsprechend unserer Tradition speisten wir im "Broilergrill" jeder noch einen halben Hahn, bevor wir die
Heimreise antraten.
Am 01.05.12 unternahmen wir die erste Ausfahrt zum Beseitigen etlicher Mängel bis zum Strandbad Caputh.
Dabei fuhren Julian und Matze auf der Bounty und John und ich auf der Niña. Das unpassende Fockfall habe
ich durch das alte ersetzt, dabei aber ein neues Textilseil eingespleißt.